1800-1400(?)
Die Erzeltern des Volkes Israel
Über die Zeit der Erzeltern Israels gibt es wenig zuverlässige historische
Quellen. Daher fällt auch die Datierung dieser Epoche relativ schwer.
Das Bild zeigt ein Beduinenzelt. Das Zelt
war die ursprüngliche Behausung der Erzeltern Israels und der Israeliten
auf ihrem Weg in das Land der Verheißung.
Auch das erste Heiligtum hatte die Gestalt eines Zeltes. |
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1250-1200(?)
Der Auszug der Israeliten
Der Auszug der Israeliten aus Ägypten fällt nach Ansicht der meisten
Forscher in das späte 13. Jh. vor Chr. Er ist das Schlüsselereignis
des Alten Testaments und prägte wesentlich das biblische Gottesbild.
| Das Katharinenkloster steht an der Stelle,
wo Gott der Überlieferung nach Mose im brennenden Dornbusch erschienen
ist. Der Sinai spielt in der Erzählung vom Auszug der Israeliten
aus Ägypten eine bedeutende Rolle. Hier bekam Mose von Gott die Zehn
Gebote aufgetragen. Weitere wichtige Ereignisse sind der Bundesschluss
zwischen Gott und dem Volk Israel und der Bau des ersten Heiligtums. |
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1200-1000
Die Zeit der Richter; Samuel
| Das Buch Josua berichtet von der Eroberung
und Verteilung des "gelobten Landes". In den ersten beiden Jahrhunderten
lebten die zwölf Stämme Israels in einem losen Verband ohne
Oberhaupt. Man war bestrebt, das Gut der Freiheit, die man sich mühsam
erkämpft hat, zu bewahren. Diese Epoche wird auch die Zeit der Richter
genannt. |
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bis
1004
Die Herrschaft Sauls
Saul war der erste König von Israel. Er wurde von Samuel, dem letzten Richter,
in sein Amt eingeführt. Es gelang ihm jedoch nicht, das Königtum zu
festigen und eine Dynastie zu begründen. Die Bibel führt dies auf
den mangelnden Gehorsam Gott gegenüber zurück.
| Das Bild zeigt eine Darstellung der Bundeslade
aus der Synagoge von Kapharnaum. Die Bundeslade war das bedeutendste Heiligtum
der Israeliten und war zur Zeit Sauls noch in einem Zelt aufgestellt. |
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1004-965
Die Herrschaft Davids
David einte die zwölf Stämme Israels und begründete eine Dynastie,
die bis zum Untergang Jerusalems im Jahre 586 vor Chr. herrschte. Er eroberte
Jerusalem und machte die Stadt zum Mittelpunkt seines Reiches. Auch die Bundeslade,
das bedeutendste Heiligtum der Israeliten, wurde damals nach Jerusalem gebracht.
Damit begann der Aufstieg der Stadt zum religiösen Mittelpunkt Israels
und später des Judentums.
| Das Bild zeigt die Davidstadt, den ältesten
Teil Jerusalems, der schon vor David von den Jebusitern, einem kanaanäischen
Volk, bewohnt wurde. |
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965-926
Die Herrschaft Salomos
Unter König Salomo wurde der erste Tempel in Jerusalem errichtet. 586 vor
Chr. wurde er von den Babyloniern zerstört. Nach der Rückkehr aus
dem babylonischen Exil (ab 538 vor Chr.) bauten die Juden den Tempel wieder
auf.
| In Arad wurde ein Tempel aus derselben Epoche
ausgegraben, der uns einen guten Eindruck vermittelt, wie die Heiligtümer
damals ausgesehen haben. |
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926
Reichsteilung
Israel (Nordreich) und Juda (Südreich)
Nach dem Tode Salomos wurde Rehabeam zum König ausgerufen. Die Stämme
im Norden wollten ihn jedoch nur anerkennen, wenn er ihre Verpflichtungen gegenüber
dem Staat milderte. Der König blieb hart. Daraufhin bildete der Norden
ein eigenes Königreich - Israel. Der erste König war Jerobeam. Er
baute in Bet-El und in Dan Heiligtümer, um den Pilgerstrom nach Jerusalem,
das sich im Südreich Juda befand, zu unterbinden. Weil er in diesen Heiligtümern
zwei goldene Stierbilder aufstellte, wurde er von den biblischen Schriftstellern
heftig kritisiert.
| Das Bild zeigt die Überreste des Tempels
von Dan. Die Metallkonstruktion deutet die Ausmaße des Altares an. |
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926-722
Das Nordreich Israel
Das Nordreich Israel war den Großmächten von Beginn an stärker
ausgesetzt als der Süden. Das bedingt schon die geographische Lage. Vom
Einfluss der Nachbarn blieb auch die Religion nicht unberührt. Viele Israeliten
gaben sich den üppigen Kulten des Gottes Baal hin. Das veranlasste die
Propheten zu massiver Kritik. Im Jahre 722 vor Chr. bereiteten die Assyrer dem
Nordreich Israel das Ende. Die Hauptstadt Samaria wurde zerstört und die
maßgeblichen Schichten der Bevölkerung deportiert.
Die biblische Archäologie vermittelt wertvolle Erkenntnisse über
die Zeit und Umwelt der Bibel. Das Bild zeigt eine Grabung auf Tel Hazor
in Galiläa. Die Stadt wird bereits im 19. Jh. vor Chr. in ägyptischen
Ächtungstexten erwähnt.
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926-586
Das Südreich Juda
Die Reformen des Königs Joschija (639-609);
586 zerstören die Babylonier Jerusalem samt dem Tempel und beenden die
Herrschaft der davidischen Dynastie; Beginn des babylonischen Exils.
Das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem lag abseits der großen
Handelswege des alten Orients. Hier prägte die Dynastie Davids das Geschehen.
Das Wirken der meisten Könige wird jedoch von den Propheten stark kritisiert.
Sie werden dafür verantwortlich gemacht, dass sich immer mehr Leute den
kanaanäischen Göttern zuwandten und die soziale Lage der einst freien
Bauern zunehmend schlechter wurde. Das deuteronomistische Geschichtswerk sieht
darin den Grund für den Untergang Jerusalems im Jahre 586 vor Chr.
586-538
Das babylonische Exil
Im Jahre 586 vor Chr. rückten die Babylonier an und zerstörten die
Stadt Jerusalem samt dem Tempel. Die maßgeblichen Schichten der Bevölkerung
des Königreiches Juda wurden nach Babylonien verschleppt. Damit beginnt
das babylonische Exil.
Mit dem Untergang Jerusalems stand die Religion Israels vor einer entscheidenden
Prüfung. Vieles, was bisher als heilig galt, war verloren gegangen. Man
lebte nicht mehr in dem Land, das Gott den Vorfahren versprochen hatte. Der
Tempel von Jerusalem, Ort der Gegenwart Gottes, existierte nicht mehr. Auch
die Dynastie Davids war von den Babyloniern ihrer Führungsrolle beraubt
worden. So blieben noch die religiösen Texte, die man mit nach Babylonien
nahm. Dort wurden sie überarbeitet. Neue Texte sollten helfen, das Unheil
zu deuten und Hoffnung zu schöpfen. In dieser Zeit setzte sich auch der
Monotheismus durch - die Gottheiten der anderen Völker wurden von nun an
als Gebilde aus Holz und Stein betrachtet, die dem Menschen letztlich nicht
helfen können (siehe Jes 40).
539-333
Der Tempelstaat Jerusalem unter persischer Oberhoheit
Die Perser setzten dem babylonischen Reich ein Ende. Im Gegensatz zu den Babyloniern
und Assyrern befriedeten sie ihr Reich jedoch nicht durch die Umsiedelung ganzer
Völker. Jedes Volk konnte in seinem angestammten Gebiet leben und seine
Traditionen pflegen, sofern sie nicht der persischen Ordnung widersprachen.
Die Juden bekamen nun die Möglichkeit, nach Jerusalem zurückzukehren.
Zudem unterstützten die Perser den Wiederaufbau des Tempels. Trotzdem blieben
etliche Juden in Babylonien und bildeten dort die erste Diaspora (jüdische
Gemeinde außerhalb des Landes Israel).
333-63
Das Zeitalter des Hellenismus
Alexander der Große besiegte die Perser und trat ihr Erbe an. Nach seinem
Tod zerfiel das Reich. Im syrischen Raum herrschten nun die Seleukiden, in Ägypten
die Ptolemäer. Im Zeitalter des Hellenismus verbreitete sich die griechische
Kultur auch im nahen Osten. Der Seleukidenkönig Antiochus IV. Epiphanes
versuchte die griechische Kultur mit Gewalt durchzusetzen und das Judentum zu
verdrängen. Viele Juden erlitten für ihren Glauben das Martyrium.
Im Aufstand der Makkabäer gelang es, die Seleukiden zu verdrängen
und das erste Mal nach dem babylonischen Exil wieder einen jüdischen Staat
zu errichten - den letzten bis zur Gründung des Staates Israel im Jahre
1948.
ab
63
Die Eroberung Jerusalems durch Pompeius
und der Beginn der Römerherrschaft
37-4
Die Herrschaft von König Herodes dem Großen
Herodes der Große überzog sein Land mit zahlreichen Bauten. Dazu
gehört auch die Gründung der Stadt Cäsarea und der Neubau des
Tempels von Jerusalem. In seine Zeit fällt die Geburt Jesu von Nazaret.
4v.-39
Herodes Antipas, Tetrarch von Galiläa
und Landesherr Jesu
Zur Zeit Jesu war das Judentum in zahlreiche Gruppen gespalten.
Die Sadduzäer bildeten die Oberschicht. Sie stellten die Priesterschaft
am Tempel von Jerusalem und pflegten gute Kontakte zur römischen Besatzungsmacht.
Sie erkannten nur die Tora als heilige Schrift an und glaubten nicht an die
Auferstehung von den Toten.
Die Pharisäer waren eher kleine Handwerker. Sie erkannten neben
der Tora auch die Propheten und Schriften als heilige Schrift an. Zudem glaubten
sie an die Existenz von Engeln und die Auferstehung von den Toten. Den Tempel
suchten sie zwar zu bestimmten Anlässen auf, waren jedoch nicht so eng
an ihn gebunden wie die Sadduzäer.
Die Essener lehnten den Gottesdienst im Tempel von Jerusalem ab. Sie
bildeten eine elitäre Gruppe und bezeichneten sich als Söhne des Lichts.
Menschen, die ihren Idealen nicht entsprachen, wurden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.
Die Schriften von Qumran geben Aufschluss über das Leben der Essener.
Die Zeloten wollten die Römer mit Gewalt aus Palästina vertreiben.
Sie pflegten die Hoffnung, ein Messias werde kommen, sich an die Spitze eines
Aufstandes gegen die Römer stellen, das Land von ihrer Herrschaft befreien
und ein neues Königtum etablieren. Neben den Zeloten existierten noch weitere
Gruppierungen mit ähnlicher Ausrichtung.
26-36
Pontius Pilatus, Prokurator von Judäa
In Cäsarea am Mittelmeer war in neutestamentlicher Zeit die Residenz der
römischen Statthalter. Die Römer legten großen Wert auf Komfort.
Dazu gehörte auch die ausreichende Versorgung mit Wasser über einen
Aquädukt.
In Cäsarea förderte die Archäologie
ein einzigartiges Dokument, den sogenannten "Pilatusstein" zu
Tage. Die Inschrift belegt, dass Pontius Pilatus zur Zeit des Kaisers
Tiberius Statthalter in Judäa war. In seine Amtszeit fällt,
so berichten die vier Evangelien, die Kreuzigung Jesu von Nazaret.
Bildnis
des Kaisers Tiberius, in dessen Regierungszeit Jesus gekreuzigt wurde. |
|
nach
30
Die Urkirche in Jerusalem
Das erste Zentrum der jungen Kirche war Jerusalem, wo sich zu Pfingsten eine
Gemeinde bildete. Die Apostelgeschichte berichtet, dass der Apostel Petrus den
ersten Heiden, den Hauptmann Kornelius, taufte. Auf dem sogenannten Apostelkonzil
wurde die Missionspraxis des Apostels Paulus bestätigt. Die bis dahin stark
judenchristlich geprägte Kirche wandte sich nun den Heiden zu. Paulus trug
die neue Religion nach Kleinasien, Griechenland und gelangte schließlich
nach Rom, wo sich das Christentum schon etabliert hatte.
| Das Bild veranschaulicht, wie das Grab Jesu
ausgesehen haben könnte. Die Botschaft von der Auferstehung ist die
Mitte des christlichen Glaubens. |
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66-70
Der jüdische Aufstand
Der Versuch, die römische Herrschaft in Palästina durch einen Aufstand
zu beenden, hatte bittere Folgen. Die Stadt Jerusalem wurde zerstört, der
Tempel niedergebrannt und nie wieder aufgebaut. Zahlreiche Juden fanden den
Tod, viele wurden zu Sklaven oder zogen in die Fremde, um dort eine neue Existenz
aufzubauen. Mit dem jüdischen Aufstand gingen viele Gruppierungen, die
zur Zeit Jesu noch existiert hatten, unter (die Sadduzäer, Essener, Zeloten
etc.). Nun setzte sich die pharisäische Richtung des Judentums immer stärker
durch.
Mit dem jüdischen Aufstand verlor auch die Gemeinde von Jerusalem an Bedeutung.
Das Christentum hatte längst in den Zentren der römischen Reiches
Fuß gefasst.
| Das Bild zeigt ein Modell der Burg Antonia
und des Tempelplatzes von Jerusalem. Beide wurden im jüdischen Aufstand
zerstört. |
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