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Josua
(Jos)
In der Tora ist immer wieder vom Versprechen Gottes an Abraham und seine Nachkommen die Rede, ihnen das "Land, wo Milch und Honig fließen" zur Heimat zu geben. Im Buch Josua wird dies Wirklichkeit. Von Osten kommend, überschreiten die Israeliten den Jordan und erobern Palästina. Das Land wird erobert und unter den zwölf Stämmen Israels aufgeteilt. Am Ende des Buches Josua verpflichtet sich das Volk in einer feierlichen Zeremonie, den Bund mit seinem Gott Jahwe zu halten. Schließlich stirbt Josua hoch betagt.
Rut
(Rut)
Diese kleine Schrift erzählt, wie sich in einer Familiengeschichte der Beistand Gottes manifestiert. Wegen einer Hungersnot verlässt eine judäische Familie Betlehem und siedelt sich im benachbarten Moab an. Die Söhne heiraten dort einheimische Frauen. Mit der Zeit sterben der Familienvater und seine Söhne. Übrig bleiben die Mutter Noomi und ihre Schwiegertöchter. Als Noomi in ihre Heimat zurückkehrt, folgt ihr die Schwiegertochter Rut. Nach anfänglicher Not heiratet die selbstbewusste Moabiterin Boas, einen Verwandten ihrer Schwiegermutter. Sie werden die Stammeltern von David, dem Begründer des judäischen Königtums.
Das erste Buch Samuel
(1 Sam)
Der Anfang des ersten Buches Samuel steht ganz im Zeichen des gleichnamigen Richters und Propheten. Sein Wirken ist verbunden mit der Einführung des Königtums in Israel. Da das Volk einen Herrscher verlangt, salbt Samuel Saul zum König. Saul hat anfänglich militärischen Erfolg, wird aber wegen seines Ungehorsams von Gott verstoßen. Daraufhin macht Samuel den jungen David zum neuen König. Während Saul vom Glück verlassen wird, erweist sich David als glänzender Feldherr. Das provoziert Sauls Eifersucht. Seine Versuche, David zu töten, scheitern. Dieser wiederum schont zweimal das Leben des wehrlosen Saul. In einer Schlacht verwundet, stürzt sich Saul ins eigene Schwert und stirbt. Damit ist der Weg für David endgültig frei.
Das zweite Buch Samuel
(2 Sam)
Der aus Betlehem stammende Judäer David wird zuerst König von Juda; in einem zweiten Schritt erkennen ihn auch die anderen Stämme Israels als Herrscher an. Der beispiellos erfolgreiche David vergrößert das Territorium Israels enorm. Unter anderem erobert er Jerusalem. Er macht es zur Hauptstadt und zum religiösen Zentrum Israels. Doch die Bibel weiß nicht nur Gutes von David zu berichten (siehe die Erzählung von David und Batseba). Ein Aufstand seines Sohnes Abschalom bringt ihn vorübergehend in große Bedrängnis. Insgesamt kann sich David für 40 Jahre an der Macht halten. In der biblischen Überlieferung gilt David als besonders gottesfürchtiger König und Autor vieler Psalmen.
Das erste Buch der Könige
(1 Kön)
Der betagte David ernennt seinen Sohn Salomo zum Thronfolger. Nach Davids Tod kann Salomo seine Gegner in die Schranken weisen und die Herrschaft antreten. Er erweist sich als besonders kluger Mann, wie die Erzählung vom "salomonischen Urteil" verdeutlicht. Salomo soll viele Sprichwörter und Lieder verfasst haben. Er gilt als Erbauer des Tempels von Jerusalem. Doch die vielen ausländischen Frauen in seinem Harem verführen ihn zu fremden Kulten, was den Zorn Gottes bewirkt. Nach Salomos Tod folgt die Strafe: Sein Reich zerbricht in zwei Teile: das Nordreich Israel und das Südreich Juda. Die Könige des Nordreiches sind allesamt Götzendiener. Dagegen kämpft der Prophet Elija für den Glauben an Jahwe, den einzigen Gott Israels.
Das zweite Buch der Könige
(2 Kön)
Wie Elija setzt sich auch sein Schüler Elischa gegen die Verehrung fremder Gottheiten im Nordreich Israel ein. Doch die rechtgläubigen Propheten können nicht verhindern, dass Israel unter seinen frevlerischen Königen den wahren Gott immer mehr erzürnt. Diese Entwicklung endet schließlich in der Eroberung des Nordreiches Israel durch die Assyrer, der Zerstörung der Hauptstadt Samaria und der Deportation eines Teils der Bevölkerung nach Mesopotamien. Das Südreich Juda existiert weiter. Unter seinen Königen finden sich zwei besonders gottesfürchtige, Hiskija und Joschija. Wegen der Untaten von Hiskijas Sohn Manasse aber beschließt Gott, auch Juda zu bestrafen: Die Babylonier zerstören Jerusalem und führen seine Einwohner ins Exil.
Das
erste Buch der Chronik
(1 Chr)
Die beiden Bücher der Chronik erzählen die Geschichte vom ersten Menschen, Adam, bis zum babylonischen Exil. Den langen Zeitraum von Adam bis zum großen König David stellt das erste Buch der Chronik durch Stammbäume dar. Es folgen die Erzählungen über David, die in vielen Abschnitten fast wörtlich den beiden Büchern Samuels folgen. Darüber hinaus setzt das erste Buch der Chronik jedoch auch eigene Akzente: So bleiben die Vergehen Davids unerwähnt. Die Erzählung von David und Batseba etwa wird nicht wiedergegeben.
Das
zweite Buch der Chronik
(2 Chr)
Das zweite Buch beginnt mit der Geschichte Salomos. Auch seine Biographie ist - wie schon jene seines Vaters David - frei von andernorts erwähnten dunklen Elementen: Der im ersten Buch der Könige dargestellte Abfall Salomos zu anderen Göttern fehlt hier. Bei dem im zweiten Buch der Könige besonders negativ geschilderten König Manasse fügt das zweite Buch der Chronik hingegen einen Bericht über seine Bekehrung an. Die Bücher der Chronik sehen die Erwählung der Dynastie Davids und die Errichtung des Jerusalemer Tempels als Höhepunkt der Geschichte Israels mit seinem Gott. Sie ignorieren die Könige des Nordreichs Israel und interessieren sich fast ausschließlich für das Südreich Juda.
Esra
(Esra)
Das Buch Esra beginnt mit dem Ende des babylonischen Exils. Der Perserkönig Kyros veröffentlicht einen Erlass, in dem er den nach Mesopotamien verschleppten Juden die Rückkehr in die alte Heimat und den Wiederaufbau des zerstörten Tempels erlaubt. Nach Überwindung vieler Schwierigkeiten kann der neue Tempel eingeweiht werden. Der materielle Wiederaufbau wird begleitet von religiösen und gesellschaftlichen Reformen. Der Schriftgelehrte Esra kommt mit königlicher Vollmacht ausgestattet in Jerusalem an und verpflichtet alle Juden auf ein Leben nach dem Gesetz des Mose. Das bedeutet u.a. die Auflösung von zahlreichen Ehen, die Judäer mit Frauen aus den Nachbarvölkern eingegangen waren. Diese Mischehen gelten nämlich nun als Treuebruch gegen Gott.
Tobit
(Tob)
Tobit ist ein rechtschaffener Israelit, der in Mesopotamien in der Verbannung lebt. Trotz seiner charakterlichen Integrität trifft ihn großes Unglück: An sein im Ausland hinterlegtes Vermögen kommt er nicht mehr heran und erblindet zudem. In dieser Situation wendet sich Tobit an Gott und fleht um Hilfe. Sein Gebet wird erhört. Gottes Hilfe verbindet das Schicksal Tobits mit jenem der Jüdin Sara, die im persischen Exil lebt. Sie war bereits sieben Männern zur Frau gegeben, doch ein Dämon brachte ihren Gatten jeweils vor der Hochzeitsnacht den Tod. Auch sie erfleht Gottes Hilfe. Tobit sendet seinen Sohn Tobias, das hinterlegte Geld zu holen. Er wird dabei vom Engel Rafael begleitet, den er jedoch nicht erkennt. Tobias lernt Sara kennen und lieben und erwirbt ein Heilmittel für Tobits Blindheit. So kommt die Erzählung für alle Beteiligten zu einem guten Ende.
Ester
(Est)
Die Jüdin Ester wächst bei ihrem Onkel Mordechai auf, der ein hoher Beamter in Persien ist. Der persische Herrscher wird auf die schöne Ester aufmerksam und nimmt er sie zur Frau. Bald darauf weigert sich Mordechai, sich vor Haman niederzuwerfen, den der König zum obersten Minister ernannt hatte. Aus Wut darüber ordnet Haman die Ausrottung der Juden im ganzen Perserreich an. Ester gelingt es, den König über den verbrecherischen Plan Hamans zu unterrichten. Schließlich endet Haman an dem Galgen, den er für Mordechai hatte aufstellen lassen. Das jüdische Purimfest erinnert an diese Geschichte von der erfolgreichen Abwendung einer Judenverfolgung durch eine Frau.
Judit
(Jdt)
Die Heimatstadt Judits (der Name bedeutet "Jüdin") wird vom Feldherrn des Königs Nebukadnezzar, Holofernes, belagert. Als die Not der Eingeschlossenen immer größer wird, geht Judit in das feindliche Lager und betört Holofernes. Dieser findet Gefallen an ihr. Er lädt sie zu sich ins Zelt. In Vorfreude auf eine Nacht mit Judit betrinkt er sich. Da schlägt ihm Judit den Kopf ab und kehrt unbemerkt in ihre Stadt zurück. Im Lager des Holofernes bricht Panik aus, das Heer zieht ab. So erweist sich Israels Gott als ungleich mächtiger als Nebukadnezzar, der von sich beanspruchte, der "König der ganzen Erde" zu sein. Wenn sich Juden in Gefahr an ihren Gott wenden, wird er sie nicht im Stich lassen.
Richter
(Ri)
Das Buch der Richter beschäftigt sich in volkstümlichen Erzählungen mit der Epoche zwischen der Eroberung des Landes Kanaan und der Königszeit. Damals lebte Israel als Stammesgesellschaft. Das Schicksal des Volkes wird in ein Schema gebracht: Wenn es den Israeliten gut geht, fallen sie vom wahren Gott ab und verehren Götzen. Deshalb bestraft sie Gott, indem er sie durch feindliche Völker bedrängen lässt. Sobald die Israeliten zu Gott um Hilfe schreien, beruft er einen charismatischen Anführer ("Richter"). Unter seiner Leitung besiegt Israel die Feinde. Nach dem Tod des Richters beginnt der Kreislauf von neuem: Abfall von Gott, Strafe, Hilfeschrei in der Not, Errettung.... Die bekanntesten der zwölf Richter sind Simson, Jiftach und Gideon.
Nehemia
(Neh)
Diese Schrift ist mit dem vorangehenden Buch Esra eng verbunden. In der lateinischen Bibelübersetzung, der Vulgata, bilden beide Texte ein Buch. Nehemia war ein vornehmer Jude, der am Hof des Perserkönigs lebte. Er erwirkte von ihm den Auftrag, nach Jerusalem zu reisen und den Wiederaufbau der Stadtmauern in Angriff zu nehmen. Trotz Störaktionen durch die den Juden feindlich gesinnten Nachbarvölker kommt das Vorhaben zu einem guten Ende. Nehemia wird sogar zum Statthalter von Juda ernannt. Er kämpft wie Esra gegen die Mischehen von Juden mit ausländischen Frauen. Zudem setzt er die Einhaltung der Sabbatruhe durch.
Das
erste Buch der Makkabäer
(1 Makk)
Seit Alexander dem Großen breitete sich die griechische Kultur im ganzen Orient und damit auch in Israel aus. Bei Teilen der jüdischen Oberschicht führte dies zu einer Anpassung an die griechische Lebensweise und zur Vernachlässigung der eigenen religiösen Tradition. Als der griechisch-syrische König Antiochus IV., unterstützt von einigen Juden, den Jerusalemer Tempel entweiht, die Beschneidung verbietet und den Genuss von Schweinefleisch vorschreibt, bricht der Aufstand der Anhänger des gesetzestreuen Judentums aus. Angeführt von der Familie der Makkabäer, befreien die Aufständischen Israel von der Fremdherrschaft. Der Höhepunkt ist die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem - woran bis heute das Chanukkafest erinnert.
Das
zweite Buch der Makkabäer
(2 Makk)
Das zweite Makkabäerbuch ist nicht die Fortsetzung des ersten, sondern erzählt unabhängig von diesem Ereignisse aus dem Aufstand der frommen Juden gegen ihre Unterdrücker. Dabei steht der heroische Feldherr Judas Makkabäus im Mittelpunkt. Ihm gelingt die Rückeroberung des Jerusalemer Tempelberges. Die Art der Darstellung ist geprägt vom religiösen Anliegen des Autors: zu zeigen, wie die Frevler ihre Strafe erhalten und Gott seinen Getreuen zum Sieg verhilft. Das zweite Makkabäerbuch enthält einige Elemente, die für die Entwicklung des christlichen Glaubens von Bedeutung waren, etwa die Hoffnung auf die Auferstehung der Gerechten zum ewigen Leben. Auch die Praxis des Gebets für die Verstorbenen wird erwähnt.













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