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Paulus stammte aus Tarsus
in Zilizien, im Süden der heutigen Türkei. Er lernte das Handwerk
seines Vaters und wurde Zeltmacher. Anschließend zog er nach Jerusalem.
Dort wurde er - so die Apostelgeschichte - Schüler des berühmten Rabbi
Gamaliel. Zunächst verfolgte er die junge Kirche. Nach seiner Bekehrung
wurde er zum glühenden Zeugen des auferstandenen Christus, der ihn zum
Apostel der Heiden berufen hatte.
In Antiochia, der drittgrößten
Stadt des römischen Reiches, entstand bald nach der Auferstehung Jesu eine
christliche Gemeinde. Zu ihr gehörten nicht nur Juden. Auch Griechen, also
Heiden, nahmen das Evangelium an. Die frühe Kirche stand vor einer großen
Frage: Muss sich ein Heide, der Christ werden will, beschneiden lassen, wie
es das Gesetz vorsieht? Jesus hatte darauf keine Antwort gegeben, weil sich
die Frage damals noch nicht stellte. Paulus verkündete: Christus hat den
Menschen durch seinen Tod vom jüdischen Gesetz befreit. Die Kirche schloss
sich seiner Ansicht an. Damit war die Tür für die Heiden aufgetan.
Auf seinen Missionsreisen gründete Paulus zahlreiche Gemeinden und hielt
mit ihnen Briefkontakt.
Diese Schreiben sind ein Teil des Neuen Testaments.
Mehr zu den Paulusbriefen sowie zum Leben und zur Theologie des Apostels auf:
www.mit-paulus-glauben-lernen.at
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Vor allem habe ich euch überliefert,
was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben,
gemäß der Schrift,
und ist begraben worden.
Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift
und erschien dem Kephas,
dann den Zwölf.
(1 Kor 15,3-5)
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Der
Brief an die Römer
Das
Schreiben wurde etwa 56 nach Chr. verfasst und sollte den Besuch des Apostels
Paulus in Rom vorbereiten. Es gilt als sein Hauptwerk, in dem er seinen Glauben
zusammenfassend darstellt. Die Gemeinde in Rom bestand wohl aus Juden- und Heidenchristen.
Deshalb betont der Apostel, dass der Glaube an das Evangelium beide rettet:
Juden und "Griechen" (also Heiden). Dieses Evangelium besagt: Alle
Menschen sind Sünder. Sie können sich nicht selbst aus der Sünde
befreien. In Jesus Christus ist deutlich geworden, dass Gott alle Menschen annimmt.
Diese Erlösung wird allen zuteil, die daran glauben. Sie ist reines Geschenk
und kann nicht durch gesetzeskonformes Verhalten "verdient" werden.
In Kapitel 9-11 spricht Paulus von der Verwurzelung des Christentums im Judentum.
Der
erste Brief an die Korinther
Paulus gründete in Korinth eine Christengemeinde.
Nach eineinhalbjährigem Aufenthalt verließ er die Stadt. Später
hörte er von Leuten aus Korinth von Spaltungen und Missständen innerhalb
der Gemeinde. Daraufhin schrieb er einen Brief, in dem er die Korinther zur
Einheit mahnt. Sie sollen die christliche Freiheit nicht zum Vorwand für
ein sittenloses Leben nehmen. Im selben Brief beantwortet Paulus auch Anfragen
der Gemeinde. Er nimmt Stellung zu Ehe und Ehelosigkeit, zum rechten Verhalten
bei der Feier des Herrenmahles und beschreibt die Kirche als Leib mit vielen
Gliedern. Im 15. Kapitel erläutert er den Glauben an die Auferstehung,
das Fundament der christlichen Verkündigung.
Der
zweite Brief an die Korinther
Man nimmt an, dass in dieser Schrift mehrere Briefe des
Apostels Paulus zu einem Schreiben zusammengefasst worden sind. Der Brief gibt
Einblick in das Selbstverständnis des Apostels Paulus als Verkünder
des Evangeliums. Das Selbstbild des Apostels steht in der Spannung zwischen
Wissen um die Wichtigkeit seines Tuns und seinen menschlichen Schwächen.
Paulus betont, die Befähigung zur Mission von Gott erhalten zu haben. Er
bringt den Menschen die Botschaft von der umfassenden Versöhnung. Den "Schatz"
des rechten Glaubens trägt er jedoch in "zerbrechlichen Gefäßen".
Der
erste Brief an die Thessalonicher
Dieses Schreiben ist der erste Brief des Apostels Paulus und zugleich die älteste
Schrift des Neuen Testaments. Er stammt vermutlich aus dem Jahr 49 nach Chr.
Paulus hatte auf seiner zweiten Missionsreise die Christengemeinde in Thessaloniki
gegründet. Aufgrund einer gerichtlichen Anklage gegen ihn, musste Paulus
die junge Gemeinde unvorbereitet verlassen. Um den Kontakt zu den Neubekehrten
aufrecht zu erhalten, richtet er einen Brief an sie. Darin lobt er Glaube, Hoffnung
und Liebe der Thessalonicher und fordert einen sittlich hochstehenden Lebenswandel
ein. Weiters schreibt er über die christliche Hoffnung auf ewiges Leben,
die ihren Grund in der Auferweckung Jesu hat. Seine Ausführungen verraten,
dass Paulus noch zu seinen Lebzeiten mit dem Ende der Welt gerechnet hat. Diese
Einschätzung hat er später aufgegeben.
Der
zweite Brief an die Thessalonicher
Im Gegensatz zum ersten Brief an die Thessalonicher stammt der zweite wohl nicht
von Paulus selbst. Schüler des Apostels dürften ihn in seinem Namen
abgefasst haben, um einer falschen Deutung des ersten Briefes entgegenzutreten.
Im ersten Brief hatte Paulus seine Überzeugung ausgedrückt, er selbst
werde die Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten noch miterleben. Diese Erwartung
des nahen Weltendes wurde von Leuten aufgegriffen, die behaupteten, der "Tag
des Herrn" sei schon da. Demgegenüber stellt der zweite Brief an die
Gemeinde von Thessaloniki klar: Das Weltende kommt erst später und wird
daran erkennbar sein, dass vorher ein gottloser Mensch großes Unheil anrichten
und sich selbst als Gott ausgeben wird - wohl eine Anspielung auf die Verehrung
der römischen Kaiser als Gott.
Der
Brief an die Philipper
Im mazedonischen Philippi gründete Paulus die erste
Christengemeinde in Europa. Die Philipper blieben dem Apostel besonders eng
verbunden, indem sie ihn auch materiell unterstützten. Sonst akzeptierte
der Apostel von keiner Gemeinde Zuwendungen an seine Person. Nach neuerlichem
Erhalt einer Gabe antwortet Paulus mit einem Brief und lobt den Eifer der Adressaten
für die Sache des Evangeliums. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt im
Gefängnis. In derben Worten warnt er vor judenchristlichen Lehrern, die
sich ihrer Beschneidung rühmen. Der bekannteste Text des Philipperbriefes
ist der Hymnus, der den Weg Christi beschreibt: Er war Gott gleich, hat freiwillig
die Schmach des Kreuzes auf sich genommen und wurde wieder zu Gott erhöht.
Der
Brief an die Epheser
Der Verfasser dieses Schreibens ist vermutlich ein Schüler
des Apostels Paulus. Es hat eher die Gestalt einer feierlichen Predigt als eines
Briefes zu einem bestimmten Anlass. Im ersten Teil des Briefes finden sich die
bedeutendsten Aussagen des Neuen Testaments über die Kirche. Sie ist ein
Leib, deren Haupt Christus ist. Zudem vergleicht sie der Verfasser mit einem
Bau, der auf das Fundament der Apostel und Propheten gegründet ist. Beide
Bilder haben in der Architektur eine große Rolle gespielt. Der zweite
Teil des Briefes enthält sittliche Anweisungen und Ermahnungen.
Der
Brief an die Kolosser
Manche Forscher weisen diesen Brief einem Schüler
des Apostels Paulus zu. Der Anlass des Schreibens ist eine Irrlehre, die in
Kolossä verbreitet wurde und den christlichen Glauben zu verwässern
drohte. Der Schreiber beginnt mit einem Loblied auf Christus, das er im Blick
auf die Gemeinde und den Dienst des Apostels vertieft. Anschließend warnt
er vor Irrlehrern, indem er die Adressaten an die Gaben erinnert, die sie bei
der Taufe empfangen haben. Es folgen Ermahnungen, persönliche Mitteilungen
und Grüße.
Der
Brief an die Galater
Dieser Brief richtet sich an die christlichen Gemeinden in Galatien, einer Landschaft
im Inneren Kleinasiens (heutige Türkei). Sein Hauptthema sind Versuche
von judenchristlichen Missionaren, die Christen zur Befolgung der jüdischen
Gesetze zu bewegen. Dies gilt vor allem für die Beschneidung. Paulus wendet
sich mit deutlichen Worten gegen diese Lehren. Sie sind Verfälschungen
des Evangeliums. Wer die jüdischen rituellen Vorschriften befolgt, zeigt,
dass er sein Heil nicht vom Glauben an die unverdiente Erlösung in Christus
erwartet. Die Christen sind zur Freiheit berufen. Sie sollen die "Frucht
des Geistes" hervorbringen: Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit,
Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.
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Paulus, der Zeuge

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TARSUS

Der sogenannte Paulusbrunnen in Tarsus, der Heimatstadt
des Apostels Paulus. |
ANTIOCHIA

Die sogenannte Petrusgrotte in Antiochia. Hier
traf Paulus den Apostel Petrus und stellt ihn aufgrund seines zögerlichen
Verhaltens den Heiden-Christen gegenüber zur Rede (siehe Gal
2,11-21). |

Das Stadttor von Perge. Paulus besuchte die Stadt
während seiner ersten Missionsreise.
Darstellung der Apostel Petrus und Paulus in der Kirche S. Prassede
in Rom.
Der Apostel Petrus verkündete das Evangelium den Juden, während
Paulus zu den Heiden gesandt war (siehe Gal 2,7-8). Die beiden Apostel
stehen somit für die jüdische und die heidnische Welt, die
in der Kirche vereint sind. |
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